Der Arbeitskreis "Ziele" in Hamburg
- 12./13. Mai 2003 -
Der Arbeitskreis "Ziele" tagte am 12./13. Mai 2003 in Hamburg. Er bereitete die Resolution
"Kürzungen der Sprachkursförderung für Jugendliche verhindern Integration" der Initiative "Pro Integration" vor.
Es gab im weiteren zwei inhaltliche Schwerpunkte.
- In einer Arbeitsgruppe "Strategie" wurden Kernforderungen von "Pro Integration"
überdacht, auch in Hinsicht auf eine Hierarchisierung. Dabei verständigte man sich auf
folgende Ziele:
- Zielorientierte Kurse und Prüfungen für Erwachsene und Jugendliche,
- sozialpädagogische Begleitung als integraler Bestandteil des Integrationssprachkurses,
- angemessene organisatorische und finanzielle Ausstattung der Kurse,
- differenziertes Kursangebot unter der Nutzung des im "Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens"
gegebenen Instrumentariums,
- strukturierter Kurszugang unter Erhalt der Trägervielfalt
- pädagogisch sinnvolle Gruppengrößen.
- In der Arbeitsgruppe "Europäischer Referenzrahmen" wurden die Rahmenbedingungen
diskutiert, die aus der Sicht von Pro Integration an ein Curriculum für
Deutschkurse (für Jugendliche) gestellt werden sollten.
Die Diskussion ist notwendig, da es Bestrebungen gibt, ein einheitliches Curriculum
für Sprachkurse vorzugeben, um - so die Vermutung der Arbeitsgruppe - eine Prüfung
eingereichter Curricula zu vereinfachen.
Über folgende Eckpunkte herrschte Einigkeit:
- Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER) bietet mit seinen Niveauprüfungen
eine angemessene Grundlage für die Entwicklung eines Curriculums.
- Da der GER nicht bestimmte Wortlisten u.ä. festlegt, sondern durch Leitfragen
die Notwendigkeiten für bestimmte Zielgruppen offen lässt, können die so entwickelten
Curricula den Anforderungen unterschiedlicher Zielgruppen (Vorkenntnisse, Bildungsstand,
berufliche oder schulische Zielorientierung, regionale Besonderheiten etc.) gerecht werden
- Die Einheitlichkeit der Curricula wird vom BAFl durch die vorgegebenen Lehrwerke
umgesetzt. Die Lehrwerke orientieren sich an dem GER und sorgen durch ihre
unterschiedliche Ausrichtung für einen gewissen, wünschenswerten Spielraum.
- Die Progression und inhaltliche Ausrichtung der Lehrwerke lässt es nicht ausreichend
zu, dass schulische, berufliche oder andere notwendige Zielsetzungen (
Ausbildung, Studium) in dem festgelegten Stundenrahmen von 600 Unterrichtsstunden
umgesetzt werden, der Unterrichtsumfang muss vergrößert werden.
- Die von WBT, Goethe und BAFl vorgelegten Prüfungsmodelle für die
Niveaustufen A1 und A2 engen die Offenheit des GER ein und legen ein
Curriculum nahe, das den Anforderungen an Sprachkurse für Jugendliche nicht
genügt.
- Sprachkurse, auch für Jugendliche, sollten von Beginn an, die jeweiligen
zentralen schulischen und/ oder beruflichen Themen (Ausbildung/Studium)
begleitend thematisieren. Eine künstliche Trennung zwischen allgemeinsprachlichen
Kursen und anschließenden berufsorientierenden Kursen ist nicht produktiv und
verschwendet Ressourcen und Motivation.