Protokoll der Arbeitsgruppe "Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen"

Die Arbeitsgruppe diskutierte Rahmenbedingungen, die aus der Sicht von Pro Integration an ein Curriculum für Deutschkurse (für Jugendliche) gestellt werden sollten. Die Diskussion ist notwendig, da es Bestrebungen im BAFl gibt ein einheitliches Curriculum für Sprachkurse vorzugeben, um, so die Vermutung der Arbeitsgruppe, eine Prüfung eingereichter Curricula zu vereinfachen.

Über folgende Eckpunkte herrschte Einigkeit:
Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER) bietet mit seinen Niveauprüfungen eine angemessene Grundlage für die Entwicklung eines Curriculums.

Da der GER nicht bestimmte Wortlisten u.ä. festlegt, sondern durch Leitfragen die Notwendigkeiten für bestimmte Zielgruppen offen lässt, können die so entwickelten Curricula den Anforderungen unterschiedlicher Zielgruppen (Vorkenntnisse, Bildungsstand, berufliche oder schulische Zielorientierung, regionale Besonderheiten etc.) gerecht werden Die Einheitlichkeit der Curricula wird vom BAFl durch die vorgegebenen Lehrwerke umgesetzt. Die Lehrwerke orientieren sich an dem GER und sorgen durch ihre unterschiedliche Ausrichtung für einen gewissen, wünschenswerten Spielraum.

Die Progression und inhaltliche Ausrichtung der Lehrwerke lässt es nicht ausreichend zu, dass schulische, berufliche oder andere notwendige Zielsetzungen (Ausbildung, Studium) in dem festgelegten Stundenrahmen von 600 Unterrichtsstunden umgesetzt werden, der Umfang muss in vergrößert werden.

Die von WBT, Goethe und BAFl vorgelegten Prüfungsmodelle für die Niveaustufen A1 und A2 engen die Offenheit des GER ein und legen ein Curriculum nahe, das den Anforderungen an Sprachkurse für Jugendliche nicht genügt.

Ein weiterer Punkt ergibt sich, den wir aber nicht als ausdrückliches Ergebnis der AG festgelegt haben:
Sprachkurse, auch für Jugendliche, sollten von Beginn an, die jeweiligen zentralen schulischen und/ oder beruflichen Themen (Ausbildung/Studium) begleitend thematisieren. Eine künstliche Trennung zwischen allgemeinsprachlichen Kursen und anschließenden berufsorientierenden Kursen ist nicht produktiv und verschwendet Ressourcen und Motivation. Mal ganz abgesehen davon, dass man ja nicht immer sagen kann: "Berufliche Themen werden im Folgekurs behandelt!"

Rainer Jordan

Wer wir sind

Unsere Kommunikationsplattform finden Sie bei daf-portal Valid HTML 4.01! Valid CSS!